Die Ordination

Vorzüge und Motivation

Print Friendly, PDF & Email

In dem Heft Vorbereitung auf die Ordination findet sich eine Reihe von Artikeln, zusammengestellt von der Ehrenwerten Thubten Chodron, die zur kostenlosen Verteilung gedacht sind.

Unser Verstand erschafft Glück und Leiden und unsere Motivation ist der Schlüssel zu unseren Handlungen und ihren Folgen. Deshalb spielen die inneren Beweggründe für eine Ordination eine entscheidende Rolle. Wenn man die Nachteile des Kreislaufs von Werden und Vergehen genau betrachtet, entwickelt sich im Geiste eine Entschlossenheit, sich von ihm zu lösen und Befreiung zu erlangen. Die Methode, dies zu erreichen, besteht aus den „drei höheren Schulungen“: Ethik, Konzentration und Weisheit. Um jene Weisheit zu entwickeln, die einen vom ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen befreit, muss man in der Lage sein, sich zu konzentrieren. Andernfalls kann man nicht dauerhaft über die Leerheit meditieren. Konzentration zu entwickeln erfordert, die störenden Haltungen in unserem Geist zu bändigen. Ein stabiles Fundament dafür kann erwachsen, wenn wir all jene verbalen und körperlichen Handlungen befrieden können, die durch diese hinderlichen Einstellungen beeinflusst werden. Und durch die Ethik — ein Leben entsprechend der Gelübde — lassen sich die körperlichen und verbalen Handlungen so harmonisieren, dass die groben störenden Verhaltensweisen überwunden werden können. Wer allerdings denkt, man könne schlechte Gewohnheiten ignorieren und auch darüber hinwegsehen wie sie sich in unserem Alltag offenbaren und dabei gleichzeitig auf spirituelle Erkenntnisse in der Meditation hoffen, der täuscht sich.

Ethische Disziplin fordert von uns, die Dharmalehre in unseren alltäglichen Handlungen zu leben, also die Erfahrungen aus der Meditation sowohl auf unsere Beziehungen mit anderen als auch mit unserer Umgebung zu übertragen. Die höhere Schulung der Ethik entfaltet sich mit dem Annehmen und Halten der unterschiedlichen Pratimoksha Gelübde — den Laiengelübden mit fünf Regeln oder den Gelübden für Nonnen und Mönche: die Novizengelübde (Sramanara/Sramanerika) mit zehn Regeln oder die vollen Gelübde (Bhikshu/Bhikshunis). Für Frauen gibt es eine Zwischenstufe der Ordination (Shiksamana) zwischen der Novizen- und der vollen Ordination mit sechs zusätzlichen Regeln. Weil in Tibet die weibliche Nonnenlinie unterbrochen ist, müssen Frauen, die eine volle Ordination wünschen, nach China, Korea oder Vietnam reisen und diese dort erbitten.

Weil es eben verschiedene Ebenen der Ordination gibt und jede Stufe noch mehr Achtsamkeit und Aufmerksamkeit für die gleichzeitig anwachsende Anzahl von Vorschriften erfordert, ist es ratsamer, Stück für Stück voranzuschreiten als gleich die volle Ordination zu empfangen. So kann man sich an die jeweiligen Anforderungen anpassen. Manchmal sind Leute so begeistert vom Dharma und der Ordination, dass sie sich sehr schnell dafür entscheiden, ordiniert zu werden. Die Erfahrung zeigt aber, dass dies Schwierigkeiten mit sich bringen kann und manche Leute sich völlig überfordert fühlen. Eine schrittweise Annäherung ermöglicht es, stabile Grundlagen zu schaffen und dann ergibt sich eine kontinuierliche und freudvolle Praxis.

Es ist einfach die Robe anzulegen, aber schwierig, ihr gerecht zu werden. Wenn wir den aufrichtigen Wunsch haben, für den Rest unseres Lebens Mönch oder Nonne zu sein, dann müssen wir eine sehr starke Motivation vor der Ordination entwickeln und danach konsequent weiter an ihr arbeiten. Wenn man es dabei vernachlässigt, über die Nachteile des ewigen Kreislaufs von Werden und Vergehen nachzudenken, wird diese Motivation schwach bleiben und die Gelübde und Regeln werden einem als „du sollst“ und „du darfst nicht“ erscheinen. In diesem Fall wird das Einhalten der Regeln zur Last. Wenn man sich jedoch über die Einzigartigkeit und den hohen Wert des menschlichen Lebens bewusst ist und ebenso über die Möglichkeit, höhere geistige Zustände zu erreichen um anderen zu helfen, dann ist es eine große Freude, in Übereinstimmung mit den Regeln zu leben. Verglichen damit erscheinen Familienglück, Karriere, Beziehungen und Vergnügen als unbefriedigend und das Interesse daran erlahmt. Man hat ein langfristiges und edles spirituelles Ziel, das einem den Mut schenkt, die Höhen und Tiefen der Dharmapraxis auf sich zu nehmen. Dieses Langzeitziel und eine stabile und kontinuierliche Praxis helfen auf dem Weg.

Es gibt zahlreiche Unannehmlichkeiten im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen: Zu Geburt, Krankheit, Alter und Tod kommt noch hinzu, dass wir unser ganzes Leben lang nicht bekommen, wonach wir suchen und ständig auf unbefriedigende Umstände treffen. All diese Probleme werden von unseren inneren hinderlichen Verhaltensmustern verursacht und von den entsprechenden Taten (Karma) noch genährt. Als Haushälterin oder Haushälter muss man sich um seine Familie kümmern. Schnell findet man sich in Situationen wieder, in denen man durch Lügen oder Betrügen negatives Karma verursachen muss. Zerstreuungen umgeben uns überall: Die Medien, unsere Karriere und soziale Verpflichtungen… Hinderliche Verhaltensweisen haben es leicht, wirksam zu werden, dagegen ist es viel schwieriger, positive Potentiale anzuhäufen, weil man im Leben so sehr mit anderen Dingen beschäftigt ist. Zuerst ist es schwierig, einen passenden Lebenspartner zu finden, dann ist es schwierig die Beziehung zu stabilisieren. Danach bemüht man sich, Kinder zu bekommen und letztendlich ist man mit dem Großziehen beschäftigt.

Als Nonne oder Mönch ist man frei von solchen Ablenkungen und Schwierigkeiten. Und zugleich hat man eine große Verantwortung. Man hat sich dafür entschieden, sehr aufmerksam zu sein und unabhängig von jedem Impuls im Geist zu handeln. Zu Beginn mag das als Mangel an Freiheit erscheinen, tatsächlich aber befreit einen diese Aufmerksamkeit von schlechten Gewohnheiten und den Schwierigkeiten, die aus ihnen entstehen. Man entscheidet sich freiwillig, die Gelübde einzuhalten — also muss man sein Tempo herunterfahren, sich seiner Handlungen bewusst werden und sehr weise auswählen, was man tut und sagt. Wer glaubt, dass man ruhig mal gegen ein Gelübde verstoßen kann, indem man es einfach später wieder gutmacht, der täuscht sich — das ist so, als ob man Gift trinkt und dabei denkt, man könne das Gegenmittel ja später einnehmen. Solch eine Einstellung und solches Verhalten schadet einem.

Allerdings sollte man nicht gleich meinen, man sei ein schlechter Mensch, wenn man seine Gelübde nicht perfekt einhalten kann. Man nimmt die Gelübde, weil man seinen Geist, seine Sprache und seine Handlungen noch nicht kultiviert hat. Wenn wir schon perfekt wären, bräuchten wir uns nicht zu den Gelübden verpflichten. Also sollte man in bester Absicht versuchen, nach den Gelübden zu leben, aber wenn unsere hinderlichen Einstellungen zu stark sind und die Situation uns übermannt, sollten wir uns nicht entmutigen lassen oder uns selbst schädliche Vorwürfe machen. Besser ist es, die passenden Gegenmittel einzusetzen, unsere Gelübde zu erneuern und mit Entschlossenheit zu bestimmen, wie wir in Zukunft handeln wollen. Auf diese Weise können wir aus unseren Fehlern lernen und werden stark in unserer Praxis.

Als Nonnen und Mönche sind wir Stellvertreter für die Drei Juwelen. Andere Menschen lassen sich von unserem Verhalten inspirieren, aber auch entmutigen, sich mit der Dharma-Lehre zu beschäftigen. Wenn sie zum Beispiel Nonnen oder Mönche sehen, die freundlich zu anderen sind und moralisch einwandfrei leben, werden sie versuchen, das auch zu tun. Wenn sie aber welche erleben, die dreist und laut sind, andere manipulieren, um zu bekommen, was sie wollen, dann werden sie Zutrauen zum Dharma verlieren. Wenn wir die Drei Juwelen wertschätzen und ebenso andere Lebewesen, dann ist es eine Freude, zum Nutzen von anderen zu handeln. Zu Zeiten in denen unsere hinderlichen Einstellungen stark sind und wir nur unser unmittelbares Glück und unseren Vorteil suchen, erscheinen die Gelübde beschwerlich und beklemmend. Zu solchen Zeiten ist es wichtig, unsere Beweggründe für die Ordination zu erneuern und uns daran zu erinnern, dass wir uns und anderen damit helfen, wenn wir gemäß den Gelübden leben.

Wenn man mit starkem Zutrauen in den Pfad zur Befreiung ordiniert, dann hat man starkes Durchhaltevermögen und Mut, Problemen ins Gesicht zu blicken; ebenso hat man Geduld mit sich und anderen und man wird sehr glücklich und lange Zeit als Nonne oder Mönch leben.

Auf jeden Fall wird man unglücklich als Nonne oder Mönch, wenn man den Wunsch nach Ordination hat, weil man die romantische Idee eines heiligen Lebens hat oder einen einfachen Weg aus persönlichen oder finanziellen Problemen sucht, denn das wird sich nicht erfüllen. Wer erkennt, welche essentielle Rolle unser Geist dabei spielt, wenn es um das Durchhalten als Nonne oder Mönch geht, der erkennt auch, dass das Einhalten der Pratimoksha (wörtlich übersetzt: individuelle Befreiung) Ordensregeln nicht nur seine Worte und Taten friedvoll werden lässt, sondern auch den Geist beruhigt.

Das Eintreten in die Sangha-Gemeinschaft

Bei der Ordination geht es nicht nur darum, moralisch einwandfrei zu leben. Es geht darum, Mitglied einer besonderen Gemeinschaft zu sein, der buddhistischen Sangha, jenem Orden, der durch den Buddha gegründet wurde und die einhalten. Das ist eine tugendhafte Gemeinschaft von Menschen, die nach der Lehre des Buddha lebt und andere dabei unterstützt, Zuflucht darin zu nehmen. Als Mitglied der Sangha konzentriert man sich auf vier bestimmte Merkmale:

  1. Wenn einem jemand Leid zufügt, versucht man nicht, dieses zu vergelten.
  2. Wenn jemand ärgerlich auf einen ist, versucht man nicht, mit Ärger zu reagieren.
  3. Wenn jemand einen kritisiert oder beleidigt, versucht man nicht, mit Beleidigung oder Kritik zu reagieren.
  4. Wenn jemand einen misshandelt oder schlägt, versucht man nicht sich zu rächen.

Dies sind die Verhaltensweisen die eine Nonne oder ein Mönch entwickeln sollte. Die Wurzel dessen ist das Mitgefühl. Auf diese Weise besteht die Haupteigenschaft der spirituellen Gemeinschaft aus Mitgefühl.

Das übergeordnete Ziel des Buddha bei der Begründung der Sangha war es, den Menschen den Weg zu Befreiung und Erleuchtung zu ebnen. Das naheliegende Ziel ist es gewesen, eine harmonische Gemeinschaft zu gründen, die den Mitgliedern einen Fortschritt auf dem Pfad ermöglicht. Das Regelbuch für Ordinierte, der Vinaya Pitaka, erläutert, wie das funktionieren soll:

  1. Materielle und körperliche Harmonie: Wir leben friedvoll zusammen.
  2. Harmonie in der Kommunikation: Es gibt wenig Auseinandersetzungen und Konflikte und wenn doch welche auftreten beseitigen wir sie.
  3. Mentale Harmonie: Wir wertschätzen und unterstützen einander.
  4. Harmonie in der Einhaltung der Gelübde: Wir haben einen ähnlichen Lebensstil und leben entsprechend derselben Gelübde.
  5. Harmonie in den Ansichten: Wir teilen ähnliche Überzeugungen.
  6. Harmonie in der Fürsorge: Wir benutzen und genießen gleichrangig all das, was der Gemeinschaft gegeben wird.

Dies sind die idealen Umstände für ein Leben als Gemeinschaft nach denen wir streben und auf die wir hinarbeiten.

Die derzeitige Lage von Nonnen und Mönchen in der tibetischen Tradition im Westen

Der Buddha sagte, dass der ordinierende Meister für seine Schüler sorgen soll wie ein Elternteil für sein Kind — mit den nötigen Dingen für den täglichen Unterhalt genauso wie mit Dharma-Unterricht. Dies ist aber in der Regel nicht die Realität für westliche Ordinierte, nicht zuletzt weil die Tibeter eine Gesellschaft von Flüchtlingen sind. Man muss sich das bewusst machen bevor man ordiniert, denn damit wird es für Westler meist besonders schwierig, als Nonne oder Mönch zu leben. Wenn man sich vor der Ordination klar macht, welche Schwierigkeiten danach auf einen zukommen können, ist man hoffentlich besser darauf vorbereitet und kann Problemen vorbeugen oder sie beheben.

Zurzeit gibt es wenige fest etablierte klösterliche Gemeinschaften im Westen. Dadurch hat man oft keine Gemeinschaft in der man leben kann oder man lebt mit Laien, oder vielleicht mit zwei anderen Ordinierten, oder in einer gemischten Gemeinschaft von Nonnen und Mönchen. Oft wird von uns erwartet, dass wir finanziell selbst für uns sorgen. Dies ist eine Belastung für das klösterliche Leben, denn man muss für die Arbeit Laien-Kleidung anlegen, arbeitet vielleicht mit Nicht-Buddhisten zusammen, und so kann man die Motivation und die ursprüngliche Vision der Ordination aus den Augen verlieren. Deshalb ist es sinnvoll vor der Ordination alle möglichen finanziellen Verbindlichkeiten abzuklären und einen Wohltäter zu finden, der Interesse daran hat, einen zu unterstützen oder andere Mittel aufzutun, die hilfreich sind. Was die monastische Erziehung angeht, gibt es oft nur wenig Anleitung oder Training wie man zu leben hat; viele von uns müssen für sich selbst allein Verantwortung übernehmen und selbständig oder mit anderen Nonnen oder Mönchen, die weit weg leben, ihr Studienprogramm entwickeln. Umso wichtiger ist es, vor der Ordination eine gute Beziehung zu einem spirituellen Mentor zu etablieren, der einen anleitet, und zugleich sollte man vorher förderliche Umstände schaffen, in denen wir gut leben und das monastische Training und die Dharma-Erziehung erhalten können, die wir benötigen.

In den klösterlichen Gemeinschaften in Asien erleben wir uns nicht als besonders verbunden mit den asiatischen Nonnen und Mönchen. Kultur, Sprache, Manieren und Bräuche sind anders. Es ist recht schwierig, in einem tibetischen Kloster zu leben — sie sind oft überfüllt und Westler sind mit Visa-Problemen und Krankheit konfrontiert. Leben wir in westlichen Dharma-Zentren wird von uns oft erwartet, viele Stunden für unsere Lehrer und/oder die Öffentlichkeit zu arbeiten. Auch wenn das natürlich sehr nützlich ist, brauchen wir eine gute Balance zwischen Dienst, Studium und Praxis. Wenn man nicht in einer klösterlichen Gemeinschaft lebt, fühlt man sich auch oft einsam. Wenn man gefühlsmäßig zu dicht mit den Laien lebt, besteht die Gefahr, dass man zerstreut wird und seine ursprünglichen Absichten als Nonne oder Mönch vernachlässigt. Das gerät rasch zur Herausforderung — man muss aufmerksam damit umgehen und lernen, mit seinen Emotionen zu arbeiten. Die westliche Gesellschaft empfindet Nonnen und Mönche jeder Tradition oft als Parasiten, weil sie nichts Sichtbares herzustellen scheinen. Um das auszuhalten und Zweifeln vorzubeugen braucht man klare Ziele, wenn man auf Unverständnis stößt, was den Sinn des monastischen Lebens angeht.

Die Vorteile der Ordination

Die Richtlinien, welche die Gelübde vorgeben, haben eine große Bedeutung, wenn man sich entscheidet, nicht nur einem intellektuellen oder gelegentlichen Interesse am Buddhismus zu folgen, sondern sich der Praxis ganz hingeben will. Als Nonnen und Mönche führt man ein einfaches Leben und kann auch mit Wenig zufrieden sein, und so hat man viel Zeit, seine Praxis zu vertiefen und zu üben. Man wird immer achtsamer und hat sich besser im Griff, was seine endlosen Sehnsüchte und Wünsche angeht. Man entwickelt stärkere Aufmerksamkeit für sich und andere; man erhält Methoden um mit Problemen umzugehen und reagiert nicht mehr so stark auf Dinge, gegen die man eine Abneigung hat. Statt Impulsen zu folgen, helfen einem Achtsamkeit und die Gelübde, seine Handlungen zu kontrollieren. Man entwickelt eine größere Geduld, verzettelt sich nicht in ungesunden Beziehungen und wird hilfreicher für andere. Durch die förderlichen Lebensverhältnisse, welche die Gelübde hervorbringen, wird man ruhiger, gesünder und zufriedener. Indem man den Gelübden entsprechend lebt, wird man eine moralisch einwandfreie und vertrauenswürdige Person und dadurch wiederum wird man stärker und fasst Vertrauen.

Ebenso hilft einem das Einhalten der Gelübde dabei, angehäuftes negatives Karma zu läutern und positive Verdienste zu sammeln. Das ist die Ausgangsbasis für höhere Wiedergeburten in der Zukunft, in denen man seine Dharma-Praxis fortsetzen kann und schlussendlich Befreiung und Erleuchtung erreicht. Leben nach den Gelübden schützt einen vor Unheil und durch kultiviertes Verhalten wird der Ort, an dem man lebt friedvoller und blüht auf. So wirkt der Einzelne, der mit wenig auskommt, genauso als Vorbild wie die Gemeinschaft, die zusammenarbeitet und ihre Probleme auf eine gesunde Art und Weise löst. Der Geist wird friedvoll und ruhig. Man wird nicht länger von schlechten Gewohnheiten angetrieben und in der Meditation tauchen immer seltener Ablenkungen auf. Man kommt mit anderen besser klar. Man wird in zukünftigen Leben wieder auf die Lehre des Buddha treffen und günstige Umstände vorfinden und man wird als Schüler des Budhas Maitreya wiedergeboren.

Im Einklang mit den Gelübden zu leben trägt direkt zum Weltfrieden bei. Wenn man es zum Bespiel aufgibt, zu töten, dann können sich alle Lebewesen, denen wir begegnen, sicher fühlen. Wenn man das Stehlen aufgibt, kann sich jeder um uns herum entspannen und braucht keine Angst um seinen Besitz zu haben. Zölibatär zu leben lässt einen aufrichtiger auf andere zugehen, ohne unterschwellige oder auch weniger unterschwellige Spielchen zwischen Menschen. Andere können einem vertrauen, wenn man die Wahrheit spricht. Auf diese Weise beeinflussen die Gelübde nicht nur uns selbst sondern alle, mit denen wir diese Welt teilen.

Im Lamrim Chenmo wird das höhere moralische Training als Eingangsportal zu allen anderen tugendhaften Übungen beschrieben. Es ist die Fahne, die über jeder Dharma-Praxis weht, der Zerstörer aller negativen Handlungen und unglücklichen Wiedergeburten. Es ist die Medizin, die einen davon heilt, unter schadhaften Handlungen zu leiden, es ist die Nahrung während der Wanderschaft auf der holprigen Straße des Samsara, die Waffe mit der man Anfeindungen durch hinderliche Einstellungen zerstören kann und die Grundlage für alle positiven Eigenschaften.

Englische Version: Monastic ordination

Find more on these topics: , , , ,