Vorwort

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In dem Heft Vorbereitung auf die Ordination findet sich eine Reihe von Artikeln, zusammengestellt von der Ehrenwerten Thubten Chodron, die zur kostenlosen Verteilung gedacht sind.

Viele Reden Buddhas und Abhandlungen späterer Gelehrter sagen deutlich, dass der einzige innerste Schatz der buddhistischen Lehre der Vinaya ist, die Unterweisungen zur Ethik für buddhistische Mönche und Nonnen. Deswegen wird gesagt, wo auch immer Mönche oder Nonnen die Gelübde der vollen Ordination einhalten, dort existiert die Lehre Buddhas. Tatsächlich ist der Buddha an diesem Ort. Allerdings reicht das Nehmen der Gelübde alleine nicht aus. Es ist auch extrem wichtig, eine reine ethische Disziplin zu bewahren durch eine korrekte Einhaltung der Verhaltensweisen, die gepflegt werden müssen, und die Aufgabe derer, die unterlassen werden müssen.

Es ist daher sehr hilfreich, immer wieder darüber zu reflektieren, auf welche Weise die ethische Disziplin die Wurzel aller Vortrefflichkeiten ist, und ebenso die Vorteile der Einhaltung solcher Disziplin und die Nachteile der Nichteinhaltung zu bedenken. Zahlreiche Schriften beschreiben dieses Thema und einige von ihnen sind auch in englischer Übersetzung erhältlich.

Heutzutage verbreitet sich das Interesse am Buddhismus über die traditionellen Grenzen Asiens hinaus. Mehr und mehr Menschen mit nicht-buddhistischem Hintergrund äußern ihren Wunsch, als buddhistische Mönche oder Nonnen ordiniert zu werden. Manchmal werden sie mit unerwarteten Problemen konfrontiert. Das mag auftreten, weil sie nicht vollständig verstanden haben, was die Ordination mit sich bringt, oder weil sie nicht die soziale und spirituelle Unterstützung erfahren, welche in traditionellen buddhistischen Gesellschaften selbstverständlich ist. Mit einem vom Herzen kommenden Wunsch, einige dieser Probleme zu mildern, haben Ven. Thubten Chodron und andere gleichgesinnte Freunde dieses Heft, welches Ratschläge enthält, die auf ihren persönlichen Erfahrungen basieren, speziell für Westler aufbereitet, die eine Ordination als buddhistische Mönche oder Nonnen erwägen.

Das ist eine Arbeit von wahrer spiritueller Freundschaft. Ordination ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. In der tibetischen-buddhistischen Tradition wird es als eine lebenslange Verpflichtung verstanden. Die buddhistische Tradition wird nicht allein durch die zunehmende Anzahl von Menschen, welche sich ordinieren lassen, gestärkt. Das wird eher von der Qualität unserer Mönche und Nonnen abhängen. Daher verdienen solche Menschen, die eine Ordination erwägen, eine geeignete Führung, Ermutigung und Unterstützung.

Wenn wir die Ordination genommen haben, müssen wir uns stets daran erinnern, dass der hauptsächliche Grund für das Halten der Gelübde als Nonne oder Mönch darin besteht, die Möglichkeit zu haben, sich ganz der Dharmapraxis und dem Wohl der fühlenden Wesen zu widmen. Ein Teil der buddhistischen Praxis beinhaltet das Training unseres Geistes durch Meditation. Aber damit das Training der Beruhigung unseres Geistes, der Entwicklung von Qualitäten wie liebende Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit und Geduld effektiv ist, müssen wir diese in unser tägliches Leben integrieren. Auch wenn nur ein paar wenige Individuen versuchen, geistigen Frieden und Glückseligkeit in sich selbst zu erschaffen und verantwortlich und freundlich gegenüber anderen zu handeln, werden sie einen positiven Einfluss auf ihre Gemeinschaft haben. Wenn wir das tun können, werden wir nicht nur Buddhas grundsätzliche Anleitungen, anderen nicht zu schaden, erfüllen, sondern ihnen tatsächlich auch Gutes tun.

Englische Version: Foreword

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